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Biographisches und Politisches

Neugierig auf Politik wurde ich früh. Ungerechtigkeiten konnte ich noch nie ausstehen, ich wollte selber machen statt immer nur meckern. Nach meinem Abitur im Jahr 1997 habe ich mit Freunden eine grüne Jugendgruppe gegründet. Das Ziel damals war klar: Kohl muss weg. Ebenso klar: nur Bündnis90/ Die Grünen kamen für mein Engagement in Frage. Bündnis90/ Die Grünen verbinden Ökologie, Selbstbestimmung, Gerechtigkeit und lebendige Demokratie. Diesen Grundsätzen fühle ich mich verpflichtet.

Seit November 2001 bin ich Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. In den Jahren davor habe ich mich in der grünen Grundsatzkommission und bei der Grünen Jugend engagiert, zuletzt als Bundesvorsitzende. In den ersten Jahren als jugendpolitische Sprecherin und seit 2006 vertrete ich meine Fraktion als arbeitsmarktpolitische Sprecherin. Ich bin weiterhin Mitglied im Hauptausschuss, der sich mit dem Berliner Haushalt und Finanzpolitik beschäftigt. Seit Anfang dieser Legislaturperiode bin ich stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Gerechtigkeit steht bis heute im Mittelpunkt meiner Politik. Wir stehen heute vor neuen Gerechtigkeitsfragen: Ökologie, gerechter Zugang zu Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, Generationengerechtigkeit und internationale Gerechtigkeit. Es wäre jedoch naiv zu glauben, die Fragen der Teilhabe an Arbeit und Bildung, der globalen Gerechtigkeit oder der Generationengerechtigkeit seien keine Verteilungsfragen. Ganz im Gegenteil: Gerade hier sind erhebliche materielle Anstrengungen nötig, um Menschen die Teilhabe an zentralen gesellschaftlichen Gütern zu ermöglichen.

Berlin braucht eine zukunftsfähige Antwort auf die weiter voranschreitende soziale Spaltung der Stadt. Denn jetzt, wo die Wirtschaft schwächelt, wird es offensichtlich: Berlin steht nach sieben Jahren Rot-Rot schlecht da. Europaweit ist Berlin die einzige Hauptstadt und Metropole ohne großstädtische Wirtschaftsstruktur und -kraft. Berlin hat die höchste Arbeitslosenquote bundesweit und bleibt selbst hinter Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zurück.

Bis heute hat der Senat - außer dem vor sich hin dümpelnden Öffentlichen Beschäftigungssektor (ÖBS) - keine Idee und offensichtlich auch kein Interesse, Perspektiven für Erwerbslose zu eröffnen. Doch der ÖBS ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. In Berlin warten knapp 30.000 arbeitslose Jugendliche und über 200.000 Langzeitarbeitslose auf aktive Arbeitsmarktpolitik.

Berlin braucht ein Aktionsprogramm für Qualifizierung und Beschäftigung. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat eindrucksvoll den engen Zusammenhang von schlechter bzw. niedriger Qualifizierung und Langzeiterwerbslosigkeit gezeigt. Berlin braucht qualifizierte Arbeitskräfte, jetzt schon zeichnet sich ein eklatanter Fachkräftemangel ab. Die Steigerung des Bildungs- und Qualifizierungsniveaus muss das zentrale Ziel der Berliner Arbeitsmarktpolitik werden. Jetzt muss umgesteuert werden: Weniger sinnlose Ein-Euro-Jobs und mehr Investitionen in Qualifizierung und Weiterbildung, insbesondere für Jugendliche.

Die Lösung der Probleme in den Jobcentern dürfen auch nicht länger auf die lange Bank geschoben werden. Bis heute ist Personalmangel an der Tagesordnung. Zudem arbeitet rund ein Drittel aller MitarbeiterInnen auf Grundlage befristeter Verträge. Bund und Länder müssen zügig die Personalsituation in den Jobcentern verbessern. Für die Beschäftigten der Jobcenter sind regelmäßige Fortbildungen, z.B. fachlich und interkulturell, unabdingbar, um möglichst schnell die Qualität der Betreuung zu verbessern.

Näheres über Ramona Pop erfahren Sie aus den folgenden Interviews

09.08.2007 > 10 Fragen an Ramona Pop -
09.01.2007 > "Ich bin wohl keine gute Rumänin" - Die Grünen-Abgeordnete Ramona Pop über den Beitritt ihres Geburtslandes zur EU (Interview von Jan Thomsen in der Berliner Zeitung)
02.09.2002 > "Ich bin Feministin und rasiere mir trotzdem die Beine" - Ramona Pop (Grüne) hält ein bisschen Eitelkeit bei Politikerinnen für unerlässlich. Nach schnellem Aufstieg ist sie mit 24 Jahren die Jüngste im Landesparlament. Interview STEFAN ALBERTI

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