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	<title>Ramona Pop &#187; Positionen/Reden</title>
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	<description>Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus</description>
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		<title>Senat muss Pläne für S-Bahn auf den Tisch legen!</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 16:07:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zitha</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Positionen/Reden]]></category>

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		<description><![CDATA[Plenarrede vom 26.01.2012 zur Begründung der aktuellen Stunde: &#8220;Sehr geehrter Herr Präsident,
meine Damen und Herren,
seit Jahren müssen die Berlinerinnen und Berliner damit leben, dass die S-Bahn chronisch unpünktlich ist. Dass ständig Züge ausfallen. Dass ganze Stadtteile nicht bedient werden. Allein die Überschriften seit Jahresanfang zeigen die Misere:
„Berliner S-Bahn: Mit Zugausfällen ins neue Jahr“
 „Bei der S-Bahn kriselt’s weiter“
„Wieder Fahrermangel bei der S-Bahn“
Und direkt heute morgen fiel wieder eine Strecke wegen Personalmangel aus. Erinnert sich noch jemand daran, dass die Lösung der S-Bahn-Krise zur Chefsache ausgerufen wurde? Als letztens jedoch ein ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ramona-pop.de/joboffensive-nicht-auf-kosten-langzeitarbeitsloser-menschen/ramona-pop-berliner-abgeordnetenhaus-2/" rel="attachment wp-att-1249"><img src="http://www.ramona-pop.de/wp-content/uploads/2011/04/urban20110316-01-066-260x173.jpg" alt="" title="Ramona Pop, Berliner Abgeordnetenhaus" width="260" height="173" class="alignleft size-medium wp-image-1249" /></a><strong>Plenarrede vom 26.01.2012 zur Begründung der aktuellen Stunde:</strong> &#8220;Sehr geehrter Herr Präsident,<br />
meine Damen und Herren,</p>
<p>seit Jahren müssen die Berlinerinnen und Berliner damit leben, dass die S-Bahn chronisch unpünktlich ist. Dass ständig Züge ausfallen. Dass ganze Stadtteile nicht bedient werden. Allein die Überschriften seit Jahresanfang zeigen die Misere:</p>
<p><em>„Berliner S-Bahn: Mit Zugausfällen ins neue Jahr“<br />
 „Bei der S-Bahn kriselt’s weiter“<br />
„Wieder Fahrermangel bei der S-Bahn“</em></p>
<p>Und direkt heute morgen fiel wieder eine Strecke wegen Personalmangel aus. <span id="more-1522"></span>Erinnert sich noch jemand daran, dass die Lösung der S-Bahn-Krise zur Chefsache ausgerufen wurde? Als letztens jedoch ein Totalausfall die S-Bahn für Stunden lahm legte, fiel dem Chef, also dem Regierenden Bürgermeister nichts anderes ein, als schulterzuckend zu sagen „Sowas kann doch vorkommen.“ </p>
<p>Der alte Klaus Wowereit ist offensichtlich wieder da. Der alte Klaus Wowereit, dem es egal zu sein scheint, dass die Berlinerinnen und Berliner seit Jahren mit dem S-Bahn-Chaos leben müssen. Was wollen Sie tun, damit dieses Drama ein Ende hat?</p>
<p>Im Wahlkampf hat die SPD noch den Rückkauf der S-Bahn propagiert, eigentlich wissend, dass die Deutsche Bahn die S-Bahn nicht verkaufen will. Aber das Schwelgen in Rekommunalisierungsträumen ist für die SPD halt schöner als die schnöde Wirklichkeit. </p>
<p>Das grenzte dann schon fast an Wahlbetrug, als der Regierende Bürgermeister in seiner Regierungserklärung en passant verkündete,<br />
dass es keinen Kauf, keine Rekommunalisierung der S-Bahn geben würde. </p>
<p>Dennoch setzt der SPD-Fraktionsvorsitzende unverdrossen zu diesem Thema eine Arbeitsgruppe ein. Auf welcher Wolke schweben Sie denn eigentlich, Herr Saleh?<br />
Die Menschen wollen doch keine weiteren Arbeitsgruppen, sondern konkrete Lösungen für ihre Probleme!</p>
<p>Aber auch die CDU hat ein Problem, weil sie die Deutsche Bahn einfach weitermachen lassen will. Dummerweise ist aber der Weg der Direktvergabe an die Deutsche Bahn, damit alles so weitergeht wie bisher, kürzlich vom Bun-desgerichtshof versperrt worden. </p>
<p>Meine Damen und Herren von der Koalition,<br />
das Parlament, die Öffentlichkeit haben ein Recht darauf zu erfahren, was dieser Senat zur Zukunft der S-Bahn plant. </p>
<p>Stattdessen bekommt man nur mit, dass hinter verschlossenen Türen in der SPD gestritten wird. „SPD meutert gegen Wowis S-Bahn-Pläne“ schreibt der Kurier am 20. Januar. Hören Sie auf, mit ihren parteiinternen Querelen die Berlinerinnen und Berliner mit in Haftung zu nehmen!</p>
<p>Es soll angeblich Gutachten der Verkehrsverwaltung geben, die aber von Herrn Müller streng unter Verschluss gehalten werden. Vermutlich will er nicht noch mehr Ärger mit Herrn Saleh bekommen&#8230;</p>
<p>Meine Damen und Herren,<br />
Die Zeit läuft Ihnen davon! </p>
<p>Um im Jahr 2017 einen vernünftigen S-Bahn-Betrieb hinzubekommen, braucht es rund 400  neue Züge. Doch diese Züge müssen geplant und gebaut werden – das allein dauert fünf Jahre. </p>
<p>Wie soll das gehen, Herr Müller? Soll das Land Berlin diesen Wagenpark bestellen und kaufen? Wenn ja, haben Sie dafür Mittel in den Haushalt eingestellt? Oder soll als zweite Möglichkeit ein neuer Anbieter die Züge bestellen und kaufen? Dann müsste das Land Berlin dafür bürgen. Ist diese Bürgschaft im Haushalt eingestellt? </p>
<p>Wollen Sie den S-Bahn-Betrieb ausschreiben? Und auch hier stellt sich die Frage, ob das Land Berlin die Züge beschafft oder der neue Anbieter. Werden Sie das S-Bahn-Netz in Teilschritten ausschreiben? Oder wollen Sie das gesamte Netz ausschreiben? </p>
<p>Den alten S-Bahn-Vertrag haben Berlin UND Brandenburg verhandelt und unterzeichnet. Gibt es eine Abstimmung zum weiteren Vorgehen mit Brandenburg? Diese Fragen und noch viele mehr müssen Sie dringend beantworten. </p>
<p>Es geht um die Zukunft der Berliner S-Bahn, es geht um die Zukunftsfähigkeit des Öffentlichen Nahverkehrs in Berlin. Zeigen Sie doch, dass Sie mehr als nur Beton denken können!</p>
<p>Schauen Sie nach Hamburg. Dort wird der S-Bahn-Verkehr ausgeschrieben. Unter anderem mit der Begründung: „Die Stadt hat nichts zu verschenken. Auch nicht etwa hohe Gewinnabführungen der S-Bahn an ihre Muttergesellschaft DB AG&#8221;. Oder sehen Sie das etwa anders?</p>
<p>Herr Müller, Herr Wowereit, Sie müssen sich erklären. Was sind Ihre Pläne zur Zukunft der S-Bahn? Hören Sie auf, das Parlament und die Öffentlichkeit an der Nase herumzuführen.</p>
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		<title>Ramona Pops Rede zur Regierungserklärung des Regierenden Bürgermeisters im rbb-Mitschnitt</title>
		<link>http://www.ramona-pop.de/ramona-pops-rede-zur-regierungserklarung-des-regierenden-burgermeisters-im-rbb-mitschnitt/</link>
		<comments>http://www.ramona-pop.de/ramona-pops-rede-zur-regierungserklarung-des-regierenden-burgermeisters-im-rbb-mitschnitt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2012 15:10:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zitha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Homepage]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen/Reden]]></category>

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		<description><![CDATA[rbb: &#8220;Ramona Pop (Bündnis90/Die Grünen)
Die Fraktionsvorsitzende bezeichnet den Start der neuen Regierung als Fehlstart. Die Neubesetzung des Justizressorts sehe eher nach einer Notlösung aus. Bei der Besetzung des neuen Polizeipräsidenten gebe es eine Hängepartie. Die neue Koalition sei kein Modell für den Bund 2013, sondern ein Auslaufmodell.
Deren Strickmuster sei &#8220;kleine Maschen, große Löcher&#8221;. Pop fordert Wowereit u.a. auf, beim Großflughafen in Schönefeld den Lärmschutz vor die Gewinnmaximierung zu stellen und für eine funktionierende S-Bahn zu sorgen.&#8221;
Hier geht es weiter auf die Seiten des rbb und zum Mitschnitt aus der Plenarrede ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ramona-pop.de/ramona-pop-zur-regierungserklarung-des-regierenden-burgermeisters-von-berlin-am-12-01-2012/ramonapop7/" rel="attachment wp-att-1477"><img src="http://www.ramona-pop.de/wp-content/uploads/2012/01/RamonaPop7-260x160.jpg" alt="" title="RamonaPop7" width="260" height="160" class="alignleft size-medium wp-image-1477" /></a>rbb: &#8220;Ramona Pop (Bündnis90/Die Grünen)</p>
<p>Die Fraktionsvorsitzende bezeichnet den Start der neuen Regierung als Fehlstart. Die Neubesetzung des Justizressorts sehe eher nach einer Notlösung aus. Bei der Besetzung des neuen Polizeipräsidenten gebe es eine Hängepartie. Die neue Koalition sei kein Modell für den Bund 2013, sondern ein Auslaufmodell.</p>
<p>Deren Strickmuster sei &#8220;kleine Maschen, große Löcher&#8221;. Pop fordert Wowereit u.a. auf, beim Großflughafen in Schönefeld den Lärmschutz vor die Gewinnmaximierung zu stellen und für eine funktionierende S-Bahn zu sorgen.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.rbb-online.de/imparlament/index.media.!etc!medialib!rbb!rbb!imparlament!berlin!2012!12_01_2012!ramona_pop.html" title="http://www.rbb-online.de/imparlament/index.media.!etc!medialib!rbb!rbb!imparlament!berlin!2012!12_01_2012!ramona_pop.html">Hier geht es weiter auf die Seiten des rbb und zum Mitschnitt aus der Plenarrede von Ramona Pop vom 12.01.2012.</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ramona Pop zur Regierungserklärung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin am 12.01.2012</title>
		<link>http://www.ramona-pop.de/ramona-pop-zur-regierungserklarung-des-regierenden-burgermeisters-von-berlin-am-12-01-2012/</link>
		<comments>http://www.ramona-pop.de/ramona-pop-zur-regierungserklarung-des-regierenden-burgermeisters-von-berlin-am-12-01-2012/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 15:45:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zitha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Homepage]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen/Reden]]></category>

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		<description><![CDATA[Sehr geehrter Präsident,
meine Damen und Herren,
alle fragen sich, wann geht es endlich mit dem Regieren los. 
Wie schon einst Otto Reutter seinen gewissenhaften Maurer besang: „Aber gewiss, lieber Mann, da fang´n wir gleich morgen an! Also um acht soll er ankomm´n -´ne Stunde vegeht- Aber nun geh´n wir ran &#8211; nu fang´n wir gleich an, steckt die Pfeife in Brand &#8211; die geht fünfzehnmal aus.- Und wie sie brennt, sagt er dann: &#8221; Nu fang´n wir gleich an.&#8221;
Nachdem die Abgeordnetenhauswahl vom 18. September schon lange vorbei ist, kommen Sie jetzt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ramona-pop.de/ramona-pop-zur-regierungserklarung-des-regierenden-burgermeisters-von-berlin-am-12-01-2012/ramonapop7/" rel="attachment wp-att-1477"><img src="http://www.ramona-pop.de/wp-content/uploads/2012/01/RamonaPop7-260x160.jpg" alt="" title="RamonaPop7" width="260" height="160" class="alignleft size-medium wp-image-1477" /></a>Sehr geehrter Präsident,<br />
meine Damen und Herren,</p>
<p>alle fragen sich, wann geht es endlich mit dem Regieren los. </p>
<p>Wie schon einst Otto Reutter seinen gewissenhaften Maurer besang: <em>„Aber gewiss, lieber Mann, da fang´n wir gleich morgen an! Also um acht soll er ankomm´n -´ne Stunde vegeht- Aber nun geh´n wir ran &#8211; nu fang´n wir gleich an, steckt die Pfeife in Brand &#8211; die geht fünfzehnmal aus.- Und wie sie brennt, sagt er dann: &#8221; Nu fang´n wir gleich an.&#8221;</em></p>
<p>Nachdem die Abgeordnetenhauswahl vom 18. September schon lange vorbei ist, kommen Sie jetzt Mitte Januar mit der Regierungserklärung – Sie haben die Stadt lange darauf warten lassen. Darauf warten lassen, zu erfahren, was sie denn nun von Rot und Schwarz zu erwarten haben. </p>
<p>Sie haben während Ihrer Koalitionsverhandlungen versprochen und im Koalitionsvertrag regelrecht beschworen, dass dies eine stabile Koalition der Vernunft sei. Doch ihre bisherige Tätigkeit war weder vernünftig noch stabil, sondern von internen Reibereien um Inhalte und Stellenbesetzungen, ersten Senatskrisen und Rücktritten geprägt – der erste Senator ist bereits über Bord gegangen. <strong>Was wir hier in den letzten Wochen erleben mussten, war ein veritabler Fehlstart.</strong><br />
<span id="more-1476"></span><br />
Auch wir haben als Fraktion zu Beginn kein besonders gutes Bild abgegeben. Aber täuschen Sie sich nicht. Die grüne Fraktion hat sich berappelt, die grüne Fraktion steht und sie wird ihre Verantwortung als größte Oppositionsfraktion wahrnehmen.</p>
<p>„Friede, Freude, Große Koalition“ titelte die BZ am 22. November. Das war etwas voreilig.</p>
<p>Bereits bei der Wahl des Regierenden Bürgermeisters fehlten mindestens zwei Stimmen. Die angeblich unsicheren Kantonisten von den Grünen konnten es schlecht gewesen sein. Doch es blieb nicht bei diesem Patzer.</p>
<p>Die folgende Senatorensuche gestaltete sich äußerst mühselig, der Tagesspiegel spottete über die „Senatsreserve“.<br />
Insbesondere die Zuschnitte der Ressorts sorgen bis heute für Kopfschütteln. Hier zeigte sich schon, dass bei Rot und Schwarz Proporz und Macht vor Inhalt und Sinnhaftigkeit gehen.<br />
Absurd die Trennung von Wissenschaft und Forschung, gegen die die gesamte Wissenschaftslandschaft der Stadt Sturm lief. Aber wann hat sich Klaus Wowereit je von berechtigten Einwänden beeindrucken lassen? Eine vernünftige Erklärung für diese widersinnige Trennung hat dieser Senat bis heute nicht geliefert, stattdessen wird munter über die Geschäftsverteilung nach der Trennung gestritten. </p>
<p>Andere Ressortzuschnitte sind wohl allein mit parteiinterner Logik von SPD oder CDU zu erklären. Michael Müller verwaltet nun ein Mammutressort und hat nahezu alle großen Probleme der Stadt zu bearbeiten, vom Verkehr über die Stadtentwicklung mit den beiden Großprojekten Tegel und Tempelhof über die drängendste soziale Frage der explodierenden Mieten bis hin zu Umwelt- und Klimaschutz. Dass dabei Umwelt- und Klimaschutz auf der Strecke bleiben, fürchten wir besonders. Und auch die Aufstockung auf vier Staatssekretäre wird dieses Ressort nicht beherrschbarer machen. </p>
<p>Überhaupt die Staatssekretäre, deren Anzahl von diesem Senat um ein Viertel erhöht wurde. Bürokratieabbau kommt ja auch nur vor, wenn man nicht die eigenen Leute versorgen muss. Man fragt sich manchmal schon, was man tun musste, um NICHT Staatssekretär zu werden?</p>
<p>Besonders absurd ist die Geschichte „Aus eins mach drei“. Im Vorgängersenat gab es einen Staatssekretär für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Nun gibt es einen Staatssekretär für Umwelt (gibt es den eigentlich schon real?), einen Staatssekretär für Gesundheit und eine Staatssekretärin für Verbraucherschutz&#8230; </p>
<p>Trauen Sie Ihren eigenen Senatoren so wenig zu, oder warum haben Sie die Verwaltung dermaßen aufgebläht?<br />
Nicht zu vergessen, Frau Scheeres musste zwar Forschung abgeben, hat zur Belohnung aber einen dritten Staatssekretär bekommen. Dieser muss vermutlich die aufwendige Koordinierung aufgrund der Trennung von Wissenschaft und Forschung übernehmen. Das ist wirklich Unsinn.</p>
<p>Womit keiner so schnell gerechnet hätte, war, dass die Große Koalition der 90er Jahre mit ihrer unappetitlichen Verquickung von Politik und Immobiliengeschäften wieder auftauchen würde. Nicht einmal wir, die dieses Schreckgespenst im Wahlkampf immerhin an jede Hauswand gemalt haben.<br />
Kaum im Amt wurden Vorwürfe gegen den neuen Justiz- und Verbraucherschutzsenator Michael Braun laut, er habe als sog. Mitternachtsnotar beim Verkauf von Schrottimmobilien mitgemacht. Er hat die Vorwürfe weder ausgeräumt, noch in irgendeiner Weise sich an der Aufklärung beteiligt und gar im Parlament die Unwahrheit gesagt &#8211; da war der Rücktritt das willkommene Ende einer würdelosen Darbietung. Wobei man von einem Rücktritt gar nicht sprechen kann. Herr Braun kam in den Genuss der Entlassung und der damit verbundenen ordentlichen Übergangsgelder. Bei diesem unschönen Spiel haben Sie ganz vorne mitgespielt, Herr Wowereit, auch wenn Sie sich sonst gerne wegducken!</p>
<p>Das hat es wohl noch nie gegeben, den ersten Ministerrücktritt noch bevor die Regierungserklärung stattgefunden hat. Nicht einmal bis zur Regierungserklärung hat die versprochene rot-schwarze Stabilität gehalten.</p>
<p>Nun wurde heute Thomas Heilmann als Justizsenator vereidigt. Ich frage mich die ganze Zeit, warum man wochenlang suchen musste, um dann Thomas Heilmann zu präsentieren. Er war doch immer schon da, als CDU-Vize und Verhandler des Koalitionsvertrages. Thomas Heilmann, der nicht Wirtschaftssenator werden wollte oder durfte&#8230; Bei allem Respekt, Herr Heilmann, das sieht nach einer Notlösung aus – aber respektabel, dass Sie sich in die Pflicht nehmen lassen.</p>
<p>Meine Damen und Herren von der CDU, ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, wer bei alldem auf Regierungsseite am schlechtesten wegkommt? Sie haben nach der gleichen Devise wie die damalige PDS im Jahre 2001 „Dabeisein ist alles“ gehandelt. Und dann haben Sie einen Koalitionsvertrag in 90 Minuten auf einem Parteitag abgenickt, der sehr nach SPD und kaum nach CDU aussieht. Vom Mindestlohn und dem Verzicht auf das Wahlpflichtfach Religion, bis hin zum Drug-Checking hat die CDU alles unterschrieben, was gestern noch des Teufels war. Frank Henkel hat sogar das vermasselte Besetzungsverfahren für den Polizeipräsidenten geschluckt und schluckt immer noch schwer daran.<br />
Jetzt stehen Sie ziemlich alleine im Regen. Die Linkspartei kann vermutlich ein trauriges Lied davon singen, wie Klaus Wowereit nur alles Gute und Schöne einer Koalition für sich beansprucht und der Koalitionspartner für die Probleme geradestehen muss.</p>
<p>Bei all dem Chaos ist es ja fast nur eine Randnotiz, dass die neue Wirtschaftssenatorin – während die ganze Republik über den Anruf und die versuchte Einflussnahme des Bundespräsidenten bei der BILD-Zeitung diskutiert – dass die neue Wirtschaftssenatorin die Berliner Zeitungen anwies, bitte von ihr nur ein ihr genehmes Foto abzudrucken. </p>
<p>Diese Koalition ist kein Modell für den Bund für 2013, diese Koalition ist schon zu Beginn ein Auslaufmodell.</p>
<p>„Senat nur mit Bypässen“ kommentierte eine Berliner Tageszeitung. Nach diesen letzten Wochen zweifeln nicht nur wir daran, wie lange die Bypässe wohl noch halten.</p>
<p>***<br />
Herr Regierender Bürgermeister,<br />
Einiges, was Sie heute vorgetragen haben, teilen auch WIR. Wenn Sie betonen, dass Berlin eine internationale, weltoffene und tolerante Stadt ist und bleiben soll – dieses Ansinnen teilt, so hoffe ich, das gesamte Haus. </p>
<p>Ich möchte an unsere gemeinsame Erklärung „Rechtsextremistische Morde und Gewalttaten verurteilen“ vom 24. November erinnern. Die Morde und Anschläge der Gruppe &#8220;Nationalsozialistischer Untergrund&#8221; haben uns alle erschüttert, die neuen Erkenntnisse der letzten Wochen erfüllen uns mit großer Sorge. Gerade bei Migrantinnen und Migranten herrscht eine große Unsicherheit, sie fühlen sich nicht ausreichend geschützt.<br />
Sie müssen in der Frage Bekämpfung des Rechtsextremismus den Koalitionsvertrag nacharbeiten, die drei dürren Zeilen werden nicht ausreichen. Jetzt sind Sie, Herr Wowereit, aber insbesondere auch Herr Innensenator Henkel, in der Pflicht, verlorenes Vertrauen der Migrantinnen und Migranten zurückzugewinnen.</p>
<p>***<br />
Man mag sich über die richtige Balance von Visionen und Pragmatismus streiten. Aber ohne eine Idee, ohne ein Leitbild kann man eine Metropole wie Berlin nicht regieren, ohne Potenziale einzubüßen oder auf Mittelmaß zurechtzustutzen. „Von Aufbruchstimmung ist nichts zu spüren“ konnten wir am Montag im Tagesspiegel lesen. Daran hat sich heute nichts geändert. Während Sie in Ihrer ersten Regierungserklärung noch den Mentalitätswechsel und in der zweiten die innere Einheit der Stadt beschwörten – fehlt jetzt die Idee, der Anspruch dieser Regierung.<br />
Die beiden Regierungspartner haben ihre Reviere abgesteckt, die Machtverhältnisse geklärt, inhaltliche Leidenschaften gab es nicht und so liest sich dieses Programm.</p>
<p>Man muss ja auch gar nicht nach Baden-Württemberg zu Winfried Kretschmann schauen.   Geographisch näher liegt Hamburg, dort regiert Ihr Parteifreund Olaf Scholz und er formulierte in seiner Regierungserklärung:<br />
„Heute sind es wieder die Städte, in denen sich entscheidet, wie die Welt des 21. Jahrhunderts aussieht. Sie sind Motoren der Veränderung, Inkubatoren des Neuen, stets im Werden. (&#8230;) Städte, insbesondere große Städte, beinhalten immer auch das Versprechen für eine bessere Zukunft.“</p>
<p>Herr Wowereit,<br />
Wo sind Ihre Ideen, wo ist Ihr Mut zur Veränderung, wo ist Ihr Blick auf das Neue, was ist Ihr Versprechen auf eine bessere Zukunft – nach über 10 Jahren Regierender Bürgermeister dieser Stadt?</p>
<p>Unabhängig von dem ein oder anderen Baustein Ihrer Rede; nachdem ich mir Ihre Erklärung angehört habe, nachdem ich Ihren Koalitionsvertrag und die von Ihnen stammenden Richtlinien gelesen habe – sage ich Ihnen: Ein Senat kann sich nicht darauf beschränken, das abzuarbeiten, was zwei Parteien miteinander vereinbart haben, was man aufgeschrieben hat. Ein Senat muss sich auch den Notwendigkeiten und Herausforderungen stellen, die real existieren und denjenigen, die auf ihn einstürzen.</p>
<p>Wie verhält sich dieser Senat in der Wirtschafts- und Finanzkrise?<br />
Wie geht Berlin als Metropole mit seiner ökologischen Verantwortung um? Wann kommt endlich ein Berliner Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz?<br />
Wie wollen Sie der sozialen Spaltung entgegenarbeiten und dafür sorgen, dass Berlin eine Stadt für alle wird? Eine Stadt, in der Menschen ihren Platz finden und ihre Potenziale entfalten können? Wie sorgen Sie dafür, dass Mieten bezahlbar bleiben und die Berliner Mischung weiter lebt?<br />
Welche Perspektiven bietet Berlin den jungen Menschen, die hier aufwachsen, oder hierhin kommen?<br />
Mit welchen Ideen schafft es Berlin, wirtschaftlich voranzukommen und neue Arbeitsplätze in die Stadt zu holen?</p>
<p>***<br />
Denn die schlechte Nachricht bleibt, dass auch Rot-Schwarz nach wie vor Spitzenreiter bei der Erwerbslosigkeit ist. Die Berliner Wirtschaft wird sich weiter entwickeln, keine Frage. Allerdings fürchten wir, wird die Berliner Wirtschaft hinter ihren Möglichkeiten und Potenzialen bleiben, wenn die Politik nicht mitzieht. Es fehlen die Impulse. Initiativen sind kaum erkennbar, geschweige denn konkrete Projekte. </p>
<p>Wie verhält es sich denn mit der Entwicklung von Tegel? Statt die Chance aller Chancen am Schopf zu packen – wird sie wieder nur erwähnt. „Die Entwicklung zentraler Flächen der Stadt, z.B. der Tempelhofer Freiheit oder des Geländes des Flughafen Tegels zu wirtschaftlich und städtebaulich nachhaltigen Standorten stellt eine große Chance dar, die Berlin wahrnehmen wird.“ Als beschwöre man die guten Geister. Aber Regieren heißt nicht nur Hoffen und Beschwören, sondern Verantwortung übernehmen und Handeln.</p>
<p>Doch leider ist es das Strickmuster dieser Regierungserklärung – kleine Maschen, große Löcher.<br />
Einzig Konkretes ist die Einführung der sog. Brötchentaste. Und sonst? Wo sind die verbindlichen  Schritte zur Green Economy, die in Deutschland die meisten Arbeitsplätze schafft? Fehlanzeige. Selbst die Manager wissen: Grüne Technologie ist DIE Chance, um auf den Weltmärkten die Nase vorn zu haben. Berlin könnte sich daran kräftig beteiligen und die Zahl von 42.000 Arbeitsplätzen verdoppeln. Hier müssen Sie nacharbeiten!</p>
<p>Elektromobilität haben Sie ganz oben auf die Liste geschrieben. Auch wir sehen die Chancen neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Weichen für eine moderne und klimafreundliche städtische Mobilität zu stellen. Das Zusammenbringen eines guten ÖPNV kombiniert mit Carsharing, Elektroautos, Elektroräder und und und &#8211; bietet „Mobilität für alle“. </p>
<p>Die größten wirtschaftlichen Chancen hat der, der solche Gesamtlösungen entwickelt, produziert, präsentiert und in alle Welt exportiert. Natürlich ist Berlin der Ort, wo das am besten gezeigt werden kann. Jetzt drängt der Bewerbungsschluss für das nationale Schaufenster Elektromobilität am 15. Januar und so richtig kennt niemand das Berliner Konzept. Baden-Württemberg unterstützt die eigene Bewerbung mit einer Landesinitiative, die Modellprojekte, Forschung, die Beschaffung von Elektrofahrzeugen und den Ausbau der Ladeinfrastruktur unterstützt. Meine Frage lautet: Was tut Berlin?<br />
Es werden nur 3-5 der erwarteten ca. 15 Anträge von der Bundesregierung bewilligt werden. Sich darauf zu verlassen, dass Berlin qua Größe sowieso ausgewählt wird, wäre grob fahrlässig. Und so können wir nur hoffen, dass dank der Partner aus der Wirtschaft und den Verbänden diese Bewerbung von mehr Engagement geprägt ist als diese Regierungserklärung. </p>
<p>****<br />
Vielleicht muss man das auch alles aus Ihrer Sicht nicht machen. Keine modernen Technologien, keine Elektromobilität – wenn man Sie so hört, könnte man denken, dass Sie ernsthaft meinen, es würde reichen einen Flughafen zu eröffnen und drei Kilometer Autobahn zu bauen und damit sei die Wirtschaftspolitik erledigt. </p>
<p>Wie Sie den Flughafen in Schönefeld allerdings politisch durchsetzen, ist beschämend. Es lässt einen nur den Kopf schütteln, dass Anfang dieser Woche das Umweltbundesamt auf Druck des Verkehrsministeriums die Vorstellung seines Gutachtens zu den Lärmschutzmaßnahmen abgesagt hat. Sollten sich die Vermutungen bestätigen, ist das nicht nur ein handfester Skandal, sondern die Fortsetzung von Intransparenz, Geheimhaltungstaktik und Unehrlichkeit rund um die Flugrouten des Flughafens, an der auch Sie als Landesregierung beteiligt sind.</p>
<p>Während Sie, Herr Wowereit, schon fröhlich die Eröffnungsparty des Flughafens planen, verkennen Sie, dass Sie mit einem solchen Politikstil nicht nur für Politikverdrossenheit sorgen, sondern auch die Akzeptanz des Flughafens beschädigen. Das ist Politik von gestern, meine Damen und Herren!</p>
<p>Selbstverständlich muss der Flughafen wirtschaftlich arbeiten und die ökonomische Entwicklung der Stadt unterstützen;<br />
Aber für Sie als Koalition muss doch gelten, dass der Lärmschutz für Menschen Vorrang vor der Gewinnmaximierung haben muss. Dafür müssen Sie sich einsetzen!</p>
<p>Herr Wowereit, Sie sind bekanntermaßen ja nicht nur Regierender Bürgermeister, sondern auch Aufsichtsratvorsitzender der Flughafengesellschaft. Ende dieses Monats sollen die Flugrouten des BBI festgelegt werden. </p>
<p>Wie haben Sie sich denn dafür eingesetzt, dass die Flugrouten so optimiert werden, dass der größtmögliche Gesundheitsschutz für die Menschen in der Region dabei herauskommt? Sie haben das höchstselbst noch im September vor der Abgeordnetenhauswahl gefordert.<br />
Das schulden Sie den Menschen vor Ort, sie zu informieren und einzubeziehen!</p>
<p>****<br />
Was soll das für eine Wirtschaftspolitik sein, wenn zwar der Weiterbau der A 100 vorangetrieben wird, aber gleichzeitig die Substanz der Berliner Straßen gefährdet ist. Der Instandhaltungsrückstau beträgt selbst nach Senatszahlen 290 Mio. Euro und die Verkehrssicherheit ist schon an einigen Stellen gefährdet. Das ist kurzsichtige Politik!</p>
<p>Heute schon ist die A100 die am stärksten befahrene deutsche Autobahn. Wie es aus der Verkehrszählung der Bundesanstalt für Straßenwesen vor einigen Tagen ersichtlich wurde. Wie soll denn hier eine weitere Zunahme des Verkehrs um 30.000 Fahrzeugen verkraftet werden, die durch den Weiterbau erfolgen wird? Seit der Eröffnung der A 113 nach Schönefeld, ist auf dem Südteil der A 100 der Verkehr stark gestiegen &#8211; nahe der Buschkrugallee um 24 Prozent. Wird die A100 nach dem weiteren Ausbau ein einziger Dauerstau? Na dann, gute Fahrt!</p>
<p>Ganz gleich ob diese Autobahn kommt, oder nicht, so einfach kann man es sich nicht machen. </p>
<p>Die Frage, welche Infrastruktur und welche Investitionen in Infrastruktur eine Metropole braucht, um wirtschaftlich voranzukommen, können Sie nicht ernsthaft mit drei Kilometer Autobahn beantworten und sich dann zurücklehnen.</p>
<p>Sind es nicht vielmehr Investitionen in die Energiewende, in die energetische Sanierung der Gebäude, die wir brauchen – um neue Technologien zu entwickeln, Arbeitsplätze zu schaffen, ökologisch vernünftig und finanziell solide zu wirtschaften?</p>
<p>Sind es nicht vielmehr Investitionen in Wissenschaft und Forschung, die Vorrang haben sollten? Und wieder wird auch von dieser Koalition bei der Charité zurückgerudert, was die Investitionen angeht, ein Zusammenschluss mit dem MDC ist doch nicht das Allheilmittel! Auch Berlin muss für seinen Leuchtturm Charité etwas tun!</p>
<p>Sind es nicht vielmehr Investitionen in neue Mobilitätkonzepte? Ein guter ÖPNV vernetzt mit Elektromobilität, Carsharing und und und. Auch das braucht Infrastruktur, auch das braucht neue Technologien und neue Systeme. </p>
<p>Sind es nicht auch Investitionen in moderne Energienetze? Investitionen in Datenautobahnen?</p>
<p>Doch statt an smarte Netze und virtuelle Kraftwerke, denken Sie bei Infrastruktur immer noch nur an den Betonmischer. </p>
<p>So sehen sie die Dinge.<br />
Die Wirtschaft ist für die Innovationen und die Politik für den Beton zuständig. Da sind sogar die Vorstandsetagen von Energie- und Automobilkonzernen weiter als Sie!</p>
<p>***<br />
Da passt es nur ins Bild, dass die Energiewende für diesen Regierenden Bürgermeister kein Thema ist. Durch Sie sind wir im Bundesländervergleich Erneuerbare Energien auf den letzten Platz gerutscht und Sie haben nicht aufgezeigt, wie sie das ändern wollen.</p>
<p>Die Energiewende in Berlin einzuleiten, würde die regionale Wertschöpfung erhöhen, denn Energieeffizienz-Anlagen und Wärmedämmung werden von regionalen Handwerksbetrieben angebracht und ersetzen Rohstoffimporte.<br />
Die Energiewende in Berlin einzuleiten, würde uns unabhängiger machen vom Öl und von steigenden Energiepreisen. Das ist gerade für einkommensschwache Menschen besonders wichtig, die ansonsten einen immer höheren Anteil ihres Einkommens für Energiekosten aufwenden müssen.<br />
Rot-Schwarz behandelt den Klimaschutz als ein weiches Thema, zu dem man ein paar warme Worte findet und vielleicht ein Gesetz machen kann, solange es wirkungslos bleibt. </p>
<p>Wieder wird es Aufgabe der Stadtgesellschaft sein, dem Senat auf die Sprünge zu helfen. Längst gibt es da Bündnisse für ein wirkungsvolles Klimaschutzgesetz und einen Energietisch, der ein Volksbegehren vorbereitet.<br />
Die ökologische Herausforderung des Klimawandels, die soziale Herausforderung steigender Energiepreise und die wirtschaftspolitische Herausforderung, neue Industrie nach Berlin zu holen – diese Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen. </p>
<p>Herr Wowereit, Sie haben kaum ein Wort darüber verloren, wie Sie mit diesen großen Herausforderungen umgehen wollen. Da stellt sich die Frage: kann Regieren ohne jede Zukunftsperspektive wirklich gutes Regieren sein? Den Beweis sind Sie heute schuldig geblieben.</p>
<p>***<br />
Wenn Sie schon nicht so viel von Zukunftsideen halten. Dann zeigen Sie doch wenigstens in ganz alltagsnahen Bereichen, dass Sie regieren können. </p>
<p>Seit Jahren müssen die Berlinerinnen und Berliner damit leben, dass die S-Bahn unpünktlich ist, Züge ausfallen, ganze Stadtteile nicht bedient werden usw. Es gibt schon Postkarten mit dem Spruch „Welches sind die vier Feinde der S-Bahn? Winter, Frühjahr, Herbst und Winter.“ Ob man diese Karten als „Be Berlin“-Marketing in die Welt verschicken sollte? Wohl kaum!</p>
<p>Letztens wieder ein Totalausfall, die S-Bahn liegt für Stunden lahm. Und Ihnen, Herr Regierender Bürgermeister, fiel nichts anderes ein, als schulterzuckend zu sagen „Sowas kann doch vorkommen.“ Da war er wieder, der Glatteis-Klaus, dem es egal zu sein scheint, dass die Berlinerinnen und Berliner morgens wegen der S-Bahn-Ausfälle nicht zur Arbeit kommen. Von wegen Berlin verstehen.<br />
Im Wahlkampf noch voll in Fahrt wie ein Duracell-Männchen. Jetzt wieder im altbekannten Energiesparmodus, der aber kein Beitrag zum Klimaschutz ist!</p>
<p>Welche Lösung haben Sie für das anhaltende S-Bahn-Chaos? Wenn ich aus den heute vorliegenden Richtlinien zitieren darf: „Bei der Entscheidung über den Betrieb für die Zeit ab 2017 sind die Rechtssicherheit des Verfahrens, die Interessen von Fahrgästen und Beschäftigten, die Kosten für Berlin und die Rechte Berlins gegenüber dem Betreiber ausgewogen zu berücksichtigen.“<br />
Es hat etwas gedauert, um dieses lange Nichts zu zitieren. Was Sie zur Lösung der S-Bahn-Misere vorhaben, wissen Sie wohl selber nicht.<br />
Die SPD hat ein Problem, weil ihr Parteitag den Kauf der S-Bahn will. Dummerweise will die Bahn aber gar nicht verkaufen, und Berlin könnte im Zweifel mit der teuren Neuerwerbung gar nichts anfangen.<br />
Die CDU hat ein Problem, weil sie die Bahn einfach weitermachen lassen will. Dummerweise ist aber der Weg der Direktvergabe kürzlich vom Bundesgerichtshof dichtgemacht worden.<br />
Und die Zeit läuft davon, um 2017 auch nur einen annähernd vernünftigen Betrieb mit neuen Zügen hinzubekommen, hätte Berlin schon längst loslegen müssen. </p>
<p>Kommen Sie aus ihren ideologischen Gräben heraus, schenken Sie den Leuten reinen Wein ein und legen endlich Ihre Pläne auf den Tisch!</p>
<p>***<br />
Nachdem die SPD jahrelang die größte soziale Frage in dieser Stadt verschlafen hat, kommen Sie jetzt auch nur langsam in die Gänge, um den Wohnungsmarkt zu entlasten und die rapide steigenden Mieten noch eindämmen zu können.<br />
Für Sie ist Neubau DAS entscheidende Instrument, um den Mietanstieg zu bremsen und bezahlbaren Wohnraum für einkommensarme Haushalte zu schaffen. Soweit sind Sie sich als Koalition noch einig.<br />
Das Problem ist jedoch, dass Mietpreise von neu gebautem Wohnraum – erst recht in der Innenstadt – deutlich über dem Mietniveau liegen, das finanziell Schwächere bezahlen können. Und hier fangen Ihre Probleme als Koalition an. </p>
<p>Die CDU setzt auf private Investoren und auf eine wie immer geartete Förderung. Nein, ich will das böse W-Wort, Wohnungsbauförderung und noch schlimmer Anschlussförderung nicht wirklich in den Mund nehmen. So etwas sollte uns aus Erfahrung bitte erspart bleiben.<br />
Die SPD dagegen will den Wohnungsbestand bei den Wohnungsbaugesellschaften erhöhen. Herr Müller, ich habe mit großem Interesse Ihr Interview kürzlich gelesen. Der Taschenspielertrick, dass Sie schlicht die 20.000 Wohnungen der BIH, die uns ja gehört, in die Wohnungsbaugesellschaften überführen – diesen Taschenspielertrick werden wir Ihnen nicht durchgehen lassen! </p>
<p>Was bleibt übrig? Ankündigungspolitik und sonst wenig. Es sollen zwar Wohnungen gebaut werden – aber von wem sie gebaut werden, wie sie gebaut werden und wo sie gebaut werden – das steht in den Sternen. Etwas konkreter hätten wir es schon gerne!</p>
<p>Wo Sie direkt handeln könnten, tun Sie nichts – um den Druck vom angespannten Wohnungsmarkt zu nehmen. Alle konkreten Instrumente, die Sie zur Anwendung bringen könnten, sollen noch geprüft werden. Das heißt zum Beispiel, dass ein Verbot der Zweckentfremdung lange auf sich warten lassen wird. In der Zwischenzeit wird der Wohnraum immer knapper, weil Wohnungen zu Ferienwohnungen umgewandelt werden. Eine neue Liegenschaftspolitik oder ernstzunehmende Vorstöße auf Bundesebene werden ebenfalls auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Wie lange wollen Sie sich eigentlich noch Zeit lassen? Merken Sie nicht, dass die Mietentwicklung davongaloppiert?</p>
<p>***<br />
Sie wollten den Schulfrieden in der Stadt und haben wochenlang niemanden gefunden, der hier Frieden stiften wollte.<br />
Wir brauchen bessere Bildung und die Schulen ächzen unter den Reformen der letzten Jahre. Wo bleibt die Unterstützung für die Schulen?<br />
Ihre Regierungserklärung enthält viele Allgemeinplätze und Selbstverständlichkeiten und bleibt bei den wirklichen Problemen, z.B. Lehrermangel oder Inklusion, eine Antwort schuldig. Soll Inklusion nur eine Worthülse bleiben, oder wird das Thema von Ihnen ernsthaft angegangen?<br />
Wir erleben keine neuen Akzente in der Bildungspolitik, sondern die Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners getarnt als Schulfrieden. </p>
<p>Seit geraumer Zeit weiß es auch der Senat, dass in Berlin Kita-Plätze fehlen. Es fehlen bis 2015 fast 23.000 Kitaplätze in Berlin, davon allein bis 2013 mehr als 15.000. Gleichzeitig verspricht die Koalitionsvereinbarung den Eltern in Berlin das Kita-Paradies:<br />
„Jedes Kind in Berlin soll vom ersten Lebensjahr an die Möglichkeit haben, eine Kindertagesstätte zu besuchen.“ Dazu Beitragsfreiheit, Abschaffung der Bedarfsprüfung, ausreichendes und gut ausgebildetes Personal, flexible Betreuungszeiten, hohe Qualität, usw..</p>
<p>Davon sind wir weit entfernt! Auf die Unterlegung der vollmundigen Versprechen im Haushalt und in der Investitionsplanung darf man gespannt sein.<br />
Anstatt sich in Wolkenkuckucksheim fern jeder Realität zu räkeln, sollte Rot-Schwarz endlich die Ärmel hoch krempeln und an die Arbeit gehen! </p>
<p>***<br />
So auch in der Innenpolitik. Außer markigen Sprüchen, die an Frank Henkel als innenpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion erinnern, haben Sie wenig hinbekommen. Wir erleben seit Wochen eine Hängepartei bei der Neubesetzung des Polizeipräsidenten. Sie haben damit ein schweres Erbe von Ehrhart Körting angetreten. Nach dem Scheitern des Verfahrens um Udo Hansen wollten Sie schnell die Hängepartie beenden. Und haben mit dem Vorschlag, den nächsten Polizeipräsidenten zu ernennen, nur einen Schnellschuss produziert. Damit beschädigen Sie dieses Amt noch zusätzlich, ein Polizeipräsident ist doch kein Polizeipräsident der vom Innensenator abhängig ist.<br />
Berlin braucht eine unabhängige Person, die die Erfahrung und Kompetenz hat, Deutschlands größte Polizeibehörde zu leiten. Nicht bloß ein weiterer Staatssekretär, der nach Parteiproporz ernannt wird. </p>
<p>Sie schreiben sich 250 neue Polizisten als Erfolg auf die Fahnen, dabei wurden doch bereits 200 davon schon von Rot-Rot beschlossen. Bleiben nur noch 50 für als Erfolg für Sie, Herr Henkel.<br />
Was die aber alles machen sollen! Von mehr Sicherheit im ÖPNV, über Kontaktbereichsbeamte in den Kiezen, bis zur Stärkung der Einsatzhundertschaften. Sie müssen schon konkret werden, Herr Henkel – markige Sprüche und Ankündigungen reichen nicht mehr aus!</p>
<p>Genauso verhält es sich mit der Ankündigung, den Polizeigewahrsam auf bis zu vier Tage auszuweiten. Angeblich seien so potenzielle Gewalttäter besser von Versammlungen wie dem 1. Mai abzuhalten. Dabei sagt der Senat selber, dass ihm keine tatsächlichen Erkenntnisse vorliegen, weshalb vorbeugende Freiheitsentziehungen länger möglich sein sollen.<br />
Zudem gibt es in Berlin keinen einzigen bekannten Fall, in dem eine Person eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit begangen hat, weil sie einen Tag zu früh aus dem Gewahrsam entlassen wurde. Aus unserer Sicht sollte daher der Gewahrsam letztes Mittel der Gefahrenabwehr sein.</p>
<p>Die einzige Begründung des Senats für diesen erheblichen Grundrechtseingriff ist, dass Berlin bundesweit die strengsten Regeln habe. Das ist ziemlich mager und nichts als Symbolpolitik!</p>
<p>***<br />
Vor einem der größten Probleme werden Sie sich nicht wegducken können. Wir stehen vor einem gewaltigen Schuldenberg von 63 Milliarden Euro. Doch das ist nicht alles. Dazu kommen noch verdeckte und verschobene Schulden, wie die Pensionsverpflichtungen des Landes, die Schulden der Landesunternehmen, aber auch die Sanierungsrückstände an energiefressenden landeseigenen Gebäuden und die Belastungen aus der BIH. Dem Nachlass der Großen Koalition, die Schrottimmobilien der Bankgesellschaft. </p>
<p>Wie wollen Sie ihr eigenes Ziel, 2016 ohne neuen Schulden auszukommen, erreichen? Sollen dafür die seit zehn Jahren stagnierenden Gehälter der Berliner Beamten und der Beschäftigten bei den Freien Trägern weitere fünf Jahre eingefroren werden? Dass das nicht geht, liegt doch auf der Hand.<br />
Stattdessen wimmelt es bei Ihnen vor lauter Großprojekten, wie die Klaus-Wowereit-Gedenkbibliothek, die nicht ausfinanziert sind. Dafür werden dreistellige Millionenbeträge lockergemacht, während die bezirklichen Bibliotheken seit Jahren ausbluten. </p>
<p>Sie setzen sich das ehrgeizige Ziel, bereits 2016 ohne neue Schulden auszukommen. Ich sage Ihnen, wie es enden wird. Vor der nächsten Wahl werden Sie sagen: Wir hätten es geschafft, aber leider hat der Bund die Rahmenbedingungen so verschlechtert, dass leider alles vergebens war. </p>
<p>***<br />
Für meine Fraktion möchte ich zum Schluss festhalten. Opposition beschränkt sich für uns nicht im einfachen Neinsagen. Wir sind bereit, konstruktiv mitzumachen mit unseren Initiativen und Anträgen. Wir nehmen aber auch unsere Verantwortung an, andere Wege und Konzepte aufzuzeigen.</p>
<p>Ich fürchte aber und es deutet sich schon an, dass wir wieder in die alten Reflexe von Regierung hier und Opposition dort verfallen. Wo alles, was von der Opposition kommt allein schon deswegen schon per se abzulehnen ist und man sich damit gar nicht auseinandersetzt, ob vielleicht doch ein vernünftiger Gedanke dabei ist.<br />
Das hat sich bereits gezeigt in der Ablehnung, den Sonderausschuss Wasserverträge vernünftig auszustatten. Lieber Herr Graf, wo bleibt bei der CDU die Erfahrung und die Lehren aus den letzten Jahren in der Opposition? Haben Sie nicht jahrelang mit uns gemeinsam für mehr parlamentarische Rechte in Sonder- und Untersuchungsausschüssen gekämpft? </p>
<p>Wenn Sie sich ernsthaft den Herausforderungen stellen und nicht nur lustlos vor sich hin regieren, dann werden Sie sich sicher sein können, dass wir als eine konstruktive Opposition mitgestalten werden.<br />
Wir werden aber auch nicht müde werden, wenn es bei diesen Unklarheiten und Unverbindlichkeiten bleibt, klare Konzepte anzumahnen und auch vorzulegen, damit es in der Stadt auch Alternativen zu dieser Beliebigkeit gibt. </p>
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		<title>Vertrauensfrage</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 13:55:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zitha</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Positionen/Reden]]></category>

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		<description><![CDATA[ Die Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU lassen für Berlin wenig Gutes ahnen. Wowereit bekommt seine Autobahn und Bibliothek und zahlt dafür mit Vorbeugehaft und Rückschritten in der Integrationspolitik.
Dieser Senat wirkt wie aus der Zeit gefallen. Bedeutende Weichenstellungen kommen im rot-schwarzen Kuhhandel nicht vor. Von Investitionen in Bildung statt in Beton, in die Energiewende und in neue Mobilitätskonzepte hört man nichts. Selbst die Chefetagen der Energie- und Autokonzerne sind inzwischen grüner.
Mehr Berlinerinnen und Berliner denn je haben trotz eines sichtbar verunglückten Wahlkampfs starke Grüne in der Stadt und im Senat ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ramona-pop.de/joboffensive-nicht-auf-kosten-langzeitarbeitsloser-menschen/ramona-pop-berliner-abgeordnetenhaus-2/" rel="attachment wp-att-1249"><img src="http://www.ramona-pop.de/wp-content/uploads/2011/04/urban20110316-01-066-260x173.jpg" alt="" title="Ramona Pop, Berliner Abgeordnetenhaus" width="260" height="173" class="alignleft size-medium wp-image-1249" /></a> Die Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU lassen für Berlin wenig Gutes ahnen. Wowereit bekommt seine Autobahn und Bibliothek und zahlt dafür mit Vorbeugehaft und Rückschritten in der Integrationspolitik.</p>
<p>Dieser Senat wirkt wie aus der Zeit gefallen. Bedeutende Weichenstellungen kommen im rot-schwarzen Kuhhandel nicht vor. Von Investitionen in Bildung statt in Beton, in die Energiewende und in neue Mobilitätskonzepte hört man nichts. Selbst die Chefetagen der Energie- und Autokonzerne sind inzwischen grüner.</p>
<p>Mehr Berlinerinnen und Berliner denn je haben trotz eines sichtbar verunglückten Wahlkampfs starke Grüne in der Stadt und im Senat gewollt. Diese Chance ist nicht nur vergeben. Schlimmer noch. Mit dem öffentlichen Streit über die Fraktionsführung und der Drohung einer Spaltung steht die Glaubwürdigkeit und Politikfähigkeit der Grünen in Berlin in Frage. <span id="more-1414"></span></p>
<p>Wie konnte es soweit kommen? Bis zum Wahltag sah es so aus, als stünden die Grünen einmütig und geschlossen hinter dem Ansinnen, den Status als Funktionspartei im Beiboot der SPD zu überwinden. Viele Menschen haben unserem Versprechen einer neuen politischen Kultur vertraut, die aus den hergebrachten grünen Nischen aufbricht und den Dialog mit allen in der Stadt sucht. Heute blicken unsere Wählerinnen und Wähler fassungslos auf den grünen Scherbenhaufen und fragen sich, welcher Politik sie vor knapp acht Wochen eigentlich ihre Stimme gegeben haben. </p>
<p>Dieser dramatische Vertrauensverlust wird uns noch Jahre verfolgen, wenn wir nicht gemeinsam für Klarheit sorgen. Denn was als Streit um Proporz und Posten daher kommt, ist in Wahrheit ein Streit um den künftigen Kurs der grünen Partei. Deshalb ist es unerlässlich, dass die Berlinerinnen und Berliner wieder wissen, was von den Grünen in Zukunft zu erwarten ist.</p>
<p>Dazu müssen wir die entscheidenden Fehler unseres Wahlkampfes selbstkritisch aufarbeiten, um die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Im Rückblick war die Entscheidung für einen extrem personalisierten Wahlkampf falsch, dessen ganzes Wohl und Wehe an der Spitzenkandidatin hing. Spätestens nach dem Abrutschen in den Umfragen hätte es der Inhalte bedurft, um die schlichte Frage zu beantworten: Was wird anders, wenn Grün regiert? Spätestens dann hätte es der Berliner Köpfe bedurft, die nicht erst seit heute für grüne Politik stehen. Nicht zuletzt hätte man die immer drängender werdende Koalitionsfrage politisch beantworten und von der Personalisierung lösen müssen. Nichts davon ist uns gelungen. Dieser Wahlkampf war tatsächlich kein Beispiel für eine erfolgreiche Politik der Eigenständigkeit. </p>
<p>Der Schluss daraus kann aus meiner Sicht nicht im Rückzug bestehen. Zurück zu 12 Prozent, zur Alternativen Liste der 80er Jahre, die außerhalb ihres engeren Umkreises nur Feindesland sah und ein ungeklärtes Verhältnis zur Gewaltfrage, zu staatlichen Institutionen und zur Wirtschaft mit sich herumschleppte. </p>
<p>Wir haben im Wahlkampf eine Politik für die ganze Stadt versprochen und dem sind mehr Wählerinnen und Wähler denn je gefolgt. Stehen wir noch zu diesem Versprechen? Wollen wir Konzepte für alle Politikbereiche von Bildung, über Umwelt zu Finanzen profilieren, um dialogfähig mit allen in der Stadt von Migrantenverbänden bis zur Wirtschaft zu sein? Werden wir Rechtsstaat und Institutionen nicht nur akzeptieren, sondern auch schützen? Stehen wir zu dem Versprechen, eine Politik zu machen, die die Lebensrealitäten der Menschen und Probleme im Zusammenleben ernstnimmt? </p>
<p>Dass wir diese Fragen unzureichend im Vorfeld des Wahlkampfes geklärt haben, macht uns allen jetzt das Leben schwer. Die anstehende Diskussion wird nicht einfach und vermutlich auch schmerzhaft. Ob wir sie als notwendige und gemeinsame Weiterentwicklung verstehen, das wird über unsere Chancen bei den nächsten Wahlen im Bund und in Berlin entscheiden. </p>
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		<title>Rede zur Aktuelle Stunde: &#8220;Berlins Wirtschaft boomt – faire Bedingungen für Beschäftigte sichern&#8221;</title>
		<link>http://www.ramona-pop.de/thema-der-aktuellen-stunde-berlins-wirtschaft-boomt-%e2%80%93-faire-bedingungen-fur-beschaftigte-sichern/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Jun 2011 17:11:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zitha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine Rede zur Aktuellen Stunde am 9.6.2011: &#8220;Sehr geehrter Präsident, meine Damen und Herren,
nach dem Einbruch durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise erleben wir es nun zum zweiten Mal, dass sich die Berliner Wirtschaft erholt, dass sie Fahrt aufnimmt.
Gefüllte Auftragsbücher lassen die Unternehmen und Unternehmerinnen positiv in die Zukunft schauen. Laut den aktuellen Konjunkturberichten der Investitionsbank Berlin und der Industrie- und Handelskammer können wir in diesem Jahr sogar ein Wachstum von drei Prozent erwarten.
Unser Dank und Anerkennung gilt den Unternehmerinnen und Unternehmern dieser Stadt. Jenen die in Berlin ihre Chancen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1249" href="http://www.ramona-pop.de/joboffensive-nicht-auf-kosten-langzeitarbeitsloser-menschen/ramona-pop-berliner-abgeordnetenhaus-2/"><img class="alignleft size-medium wp-image-1249" title="Ramona Pop, Berliner Abgeordnetenhaus" src="http://www.ramona-pop.de/wp-content/uploads/2011/04/urban20110316-01-066-260x173.jpg" alt="" width="260" height="173" /></a><strong>Meine Rede zur Aktuellen Stunde am 9.6.2011</strong>: &#8220;Sehr geehrter Präsident, meine Damen und Herren,<br />
nach dem Einbruch durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise erleben wir es nun zum zweiten Mal, dass sich die Berliner Wirtschaft erholt, dass sie Fahrt aufnimmt.<br />
Gefüllte Auftragsbücher lassen die Unternehmen und Unternehmerinnen positiv in die Zukunft schauen. Laut den aktuellen Konjunkturberichten der Investitionsbank Berlin und der Industrie- und Handelskammer können wir in diesem Jahr sogar ein Wachstum von drei Prozent erwarten.</p>
<p>Unser Dank und Anerkennung gilt den Unternehmerinnen und Unternehmern dieser Stadt. Jenen die in Berlin ihre Chancen ergreifen, ihre Ideen, ihre Innovationen verwirklichen und damit Arbeitsplätze sichern oder sogar neue Arbeitsplätze schaffen.Wir danken dem Bäcker, der Designerin und der Ärztin – aber auch den Unternehmen, die heute schon die Zukunftschancen des ökologischen Wirtschaftens wahrnehmen. <strong>Viel Gutes passiert in der Stadt, obwohl in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik des rot-roten Senats jahrelang der Stillstand regierte. Ihre schlechte Bilanz können Sie nicht hinter einer guten Konjunkturprognose für 2011 verstecken. </strong><br />
<span id="more-1311"></span><br />
<strong>Wie sind die Fakten?</strong> Nach wie vor hat Berlin die geringste Exportquote im Vergleich der Bundesländer mit nur 13 Prozent gegenüber einem Durchschnitt von über 30 Prozent. Sie loben sich für die positive Entwicklung in der Industrie und  steigende Beschäftigung in der Industrie. Aber wie tief uns zehn Jahre Rot-Rot in der Industrie haben sinken lassen, wird verschwiegen:Die Anzahl der Erwerbstätigen im Produzierenden Bereich ist von 2002 bis 2010  um fast 20 Prozent gesunken! Die Versäumnisse von zehn Jahren wiegen schwer. Da reicht es eben nicht, ein dreiviertel Jahr vor der Wahl auf Industriepolitik zu setzen.</p>
<p><strong>Für den Berliner Arbeitsmarkt sieht es nach zehn Jahren Rot-Rot ähnlich traurig aus:</strong> Wie können Sie von Erfolg reden – wenn zwar in Deutschland die Arbeitslosenzahl auf eine Tiefmarke sinkt, man in der Republik hier und da schon von Vollbeschäftigung redet – doch  in Berlin die Zahl der Arbeitslosen mitten im kräftigsten Aufschwung ansteigt.</p>
<p>Berlin ist mit 13,6 Prozent Schlusslicht bei der Arbeitslosigkeit. Die höchste Arbeitslosigkeit bundesweit, die höchste Jugendarbeitslosigkeit bundesweit – und auch die höchste Arbeitslosenquote unter den Migranten. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen verfestigt sich. Inzwischen haben uns sogar Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern überholt und haben geringere Arbeitslosenzahlen als Berlin.</p>
<p>Und obwohl Sie doch so gerne vom sozialen Miteinander reden, die Realität Ihrer Regierung ist alles andere als sozial:<br />
- Berlin ist mit über 100.000 Menschen die Hauptstadt der Aufstocker<br />
- Berlin ist die Hauptstadt der prekären Beschäftigung. Mehr als die Hälfte des sog. Jobwunders ist auf prekäre Jobs zurückzuführen. Es entstanden vornehmlich Minijobs, Teilzeitbeschäftigung, befristete Projektarbeitsplätze, Leiharbeit u.ä. Das ist Arbeit, von der man nicht leben kann.</p>
<p><strong>Sie haben den Aufschwung nicht genutzt, um gute und zukunftsfähige Arbeitsplätze auf den Weg zu bringen.</strong> Es reicht eben nicht aus, ein dreiviertel Jahr vor der Wahl hektisch Masterpläne Industrie oder Ausbildungspakte auf den Weg zu bringen. Der Berliner Wirtschaft droht einen Fachkräftemangel, weil Sie sich von Rot-Rot jahrelang in der Arbeitsmarktpolitik nur auf den Öffentlichen Beschäftigungssektor konzentriert haben und an der Ausbildungs- und Weiterbildungspolitik gespart haben.</p>
<p>Wo ist die Aussage von Rot-Rot zur modernen, grünen Wirtschaftspolitik? Wirtschaftliche Dynamik, Klimaschutz und effiziente Ressourcennutzung schließen sich nicht aus, sondern verstärken sich gegenseitig – das ist doch inzwischen eine Binsenweisheit! Rot-Rot hatte in den letzten zehn Jahren dazu nichts zu sagen, aber was noch schwerer wiegt – auch nicht in Ihren Programmen für die nächsten fünf Jahre.</p>
<p>Das Klimaschutzgesetz ist vom Regierenden Bürgermeister persönlich gestoppt worden. Obwohl alle wissen, dass allein durch energetische 20.000 neue Jobs entstehen – im Handwerk, in der Industrie – und zwar Vollzeitbeschäftigte!</p>
<p>Große Firmen wetteifern längst um diesen wachsenden Markt. Siemens hat eine neue Sparte „Cities and Infrastructure“ gegründet, genau für diesen Markt. Und was ist passiert? Siemens ist damit nach München gegangen, weil sich in Berlin niemand darum bemüht hat! Nicht in der größten Stadt Deutschlands, nicht in der Hauptstadt werden die wirtschaftlichen Innovationen für Großstädte auf den Weg gebracht. Wie schade für Berlin! Was für ein Armutszeugnis für diesen Senat!</p>
<p>Die guten Konjunkturzahlen können nicht von der schlechten Rot-Roten Bilanz ablenken: Höchste Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung, drohender Fachkräftemangel, wichtige Ansiedlungen nicht nach Berlin geholt. Und weil Sie nicht über diese schlechte wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Bilanz reden wollen, was man angesichts der Fakten gut verstehen kann. Wollen Sie, als Ablenkungsmanöver, wie schon letztes Mal über das Vergabegesetz reden.</p>
<p>Das Parlament hat vor einem Jahr ein Vergabegesetz auf den Weg gebracht, das soziale und – nach vielen Mühen – auch ökologische Kriterien beinhaltet. Es ist richtig, jetzt Bilanz zu ziehen. Wie ist die Vorbildwirkung der Öffentlichen Hand in Berlin? Trotz Vergabegesetz haben uns im letzten Jahr zahlreiche Nachrichten erreicht, die uns durchaus zweifeln lassen, ob das von Ihnen gelobte Vergabegesetz auch greift.</p>
<p>Die öffentlichen Unternehmen fühlen sich häufig davon nicht mal angesprochen. Wenn beim Charité Facility Management der Tarifvertrag für Wachschutz trickreich umgangen wird, um möglichst wenig zu zahlen. Wenn bei der BSR Tagelöhner angeheuert werden. Wenn Vivantes ein Subunternehmen nutzt, um Pflegekräfte möglichst schlecht bezahlt einzustellen. Wenn die Kulturverwaltung Förderbescheide unterschreibt, in denen mit einem Stundenlohn von 3,50 kalkuliert wird&#8230; Wo bleibt das Eingreifen des Senats?</p>
<p>Auch die ökologischen Kriterien werden nicht eingehalten, wenn die BVG noch Atomstrom bezieht, obwohl angeblich das Land Berlin nur ökologisch korrekten Strom beziehen will. Überall fehlen Kontrollen und das Eingreifen des Senats. Nicht zuletzt der HOWOGE-Skandal belegt, dass in den Vergaberegeln Berlins immer noch einiges im Argen liegt. <strong>Wir haben vorgeschlagen, um weiteren Filz, wie bei der HOWOGE, wo man nach dem Prinzip Hillenberg „Man kennt sich“ verfahren hat, die Landesunternehmen stärker zu verpflichten. </strong>Bindend ist für Landesunternehmen bislang das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), das erst greift, sobald das Auftragsvolumen die von der EU festgelegten „Schwellenwerte“ überschreitet.</p>
<p>Alle Aufträge unterhalb der Schwellenwerte – und das dürften mehr als 50 % aller Aufträge der Landesunternehmen sein – werden in Berlin von keiner gesetzlichen Regelung erfasst. Da ist Tür und Tor offen für Geschäfte nach dem Motto „Man kennt sich“, da sind Vetternwirtschaft und Filz nicht weit. Das wollen wir ändern und orientieren uns dabei an einem rot-grünen Gesetz aus Bremen. Damit Filz und Vetternwirtschaft ein Ende haben und für alle Beteiligten Klarheit undRechtssicherheit hergestellt wird.Das Berliner Vergabegesetz ist ein Symbolgesetz, die Realität sieht ganz anders aus: In der Realität findet Lohndumping von öffentlichen Einrichtungen statt, es wird Atomstrom bezogen und die Geschäfte nach dem Motto „man kennt sich“, gehen munter weiter.</p>
<p>Es ist wie immer bei Rot-Rot:Rot-Rot macht Symbolpolitik, die wenig Verbesserung für das konkrete Leben der Berlinerinnen und Berliner bringt. Und wenn Sie jetzt mit großer Geste versprechen, den Mindestlohn bei Vergaben auf 8,50 Euro zu erhöhen, kann ich nur sagen: Sorgen Sie erst mal dafür, dass die 7,50 Euro von der öffentlichen Hand eingehalten werden, bevor Sie mit den 8,50 Euro wieder Dinge versprechen, die Sie nicht einhalten werden. <strong>Sorgen Sie für ein Gesetz, das in der Praxis funktioniert. Sozial und ökologisch. Wirksam und transparent. Das ist fair und schafft Aufschwung, der bei allen Berlinerinnen und Berlinern ankommt!&#8221;</strong></p>
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		<title>Rot-Rot lässt Kinder und Familien im Stich &#8211; Bildungspaket muss endlich bei ihnen ankommen</title>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 13:08:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zitha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine Rede in der Aktuellen Stunde am 26.05.11: &#8220;Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren, seit Anfang des Jahres haben alle Kinder, die Leistungen der Grundsicherung erhalten, Anspruch auf Nachhilfe, auf Mittagessen in Kita und Schule und Unterstützung für Schulausflüge und andere soziale, kulturelle und sportlichen Aktivitäten. Jetzt – Ende Mai – haben gerade mal zehn Prozent der Familien einen Antrag gestellt. Das heißt umgekehrt, dass 90 Prozent nicht mal einen Antrag gestellt haben, geschweige denn die Kinder die Unterstützung bekommen, die sie dringend brauchen! Wie viele Bildungspakte bewilligt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-1249" href="http://www.ramona-pop.de/joboffensive-nicht-auf-kosten-langzeitarbeitsloser-menschen/ramona-pop-berliner-abgeordnetenhaus-2/"><img class="alignleft size-medium wp-image-1249" title="Ramona Pop, Berliner Abgeordnetenhaus" src="http://www.ramona-pop.de/wp-content/uploads/2011/04/urban20110316-01-066-260x173.jpg" alt="" width="260" height="173" /></a><strong>Meine Rede in der Aktuellen Stunde am 26.05.11:</strong> &#8220;Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren, seit Anfang des Jahres haben alle Kinder, die Leistungen der Grundsicherung erhalten, Anspruch auf Nachhilfe, auf Mittagessen in Kita und Schule und Unterstützung für Schulausflüge und andere soziale, kulturelle und sportlichen Aktivitäten. Jetzt – Ende Mai – haben gerade mal zehn Prozent der Familien einen Antrag gestellt. Das heißt umgekehrt, dass 90 Prozent nicht mal einen Antrag gestellt haben, geschweige denn die Kinder die Unterstützung bekommen, die sie dringend brauchen! Wie viele Bildungspakte bewilligt wurden, diese Frage beantworten Sie nicht! <strong>Ich frage mich, ob der Senat gar kein Interesse daran hat, dass die Kinder zu ihrem Recht kommen! Bis heute fehlt eine breite Informationskampagne, wie sie andere Städte machen.</strong><br />
Woanders werden alle Eltern angeschrieben und darüber informiert, was sie für ihre Kinder tun können. Nur in Berlin weigert man sich. Das ist doch ein Unding! Stattdessen setzt man auf die Werbeplakate der Bundesregierung, auf das Internet und darauf, dass Schulen und Kitas ja mit Elternbriefen für die Informationen sorgen können. <strong>Das ist zu wenig, das erreicht die Eltern nicht!</strong> <span id="more-1297"></span></p>
<p>Und die wenigen, die den Elternbrief bekommen oder auf der Seite der Bildungsverwaltung herunterladen, werden mit Sätzen kämpfen wie bei der Schülerbeförderung: „Ein Ticket wird benötigt, wenn die besuchte Schule mehr als 3 km von der Hauptwohnung entfernt ist“ Sollen denn die Eltern jetzt die Schulwege vermessen, oder wie?</p>
<p>Mit einer derartigen Informationspolitik wird eines sicher erreicht: die Abschreckung. Verschicken Sie verständliche und mehrsprachige Informationen, dann können wir sicher sein, dass die Leistungen auch bei denen ankommt, die sie dringend brauchen. Wenn man trotz ihrer schlechten Informationspolitik dennoch geschafft hat, einen Antrag zu stellen, bekommt man immer noch keine Nachhilfe, kein Mittagessen, keine Unterstützung.</p>
<p>Zu lange haben Sie an der Umsetzung herumgeschustert. Das Ausführungsgesetz ist noch lange nicht beschlossen. Die datenschutzrechtlichen Aspekte sind ungeklärt, es fehlen Verwaltungsvorschriften – Kurzum, die Kinder und ihre Familien bekommen bis heute keine Unterstützung, weil die rechtlichen Grundlagen fehlen. Weil Rot-Rot das bis heute nicht hinbekommen hat! <strong>Die Umsetzung des Bildungspakets in Berlin droht zu einem bürokratischen Spießrutenlauf für die Familien zu werden!</strong></p>
<p>Es zeichnet sich ab, dass Sie die Bürokratie und Intransparenz des Bildungspaketes erhöhen und Sie die Verantwortung und die Arbeit Kitas, Schulen, Caterern, Vereinen – also den anderen Beteiligten überhelfen wollen.</p>
<p>Beispielsweise gilt bei der Nachhilfe ein zweistufiges Verfahren: Die Eltern müssen beim Jobcenter, beim Sozialamt oder bei der Wohngeldstelle die Hilfebedürftigkeit des Kindes feststellen lassen. Danach müssen sie in der Schule einen Antrag stellen. Dann muss die Schule entscheiden und der Lehrer bzw. die Lehrerin soll bei Ablehnung dies gegenüber den Eltern mündlich begründen. <strong>Was für ein Aufwand! </strong></p>
<p>Die Personalfrage ist noch nicht ausreichend geklärt, schon jetzt ist absehbar, dass vor allem in Schulen und Kitas zusätzliches Personal benötigt wird. Beim Mittagessen müssen die Caterer jedes einzelne Mittagessen mit dem Bezirksamt abrechnen, wie soll das denn gehen? Hinzu kommt, dass die Kitas in Vorleistung für das Mittagsessen gehen müssen und dafür keine finanziellen Ressourcen haben.</p>
<p>Noch komplizierter wird es, wenn Eltern ihre Kinder in den Sportverein oder zur Musikschule schicken wollen. Die Eltern müssen sich beim Sportverein oder der Musikschule eine Nachweis der Kosten ausstellen lassen. Dieser wird dann eingereicht und am Monatsende rechnet die zuständige Stelle mit dem Anbieter ab. Auch hier die Frage, wie soll das bloß gehen?</p>
<p>Bei all diesem Chaos blicken Sie doch selber gar nicht mehr durch. Und die Familien erst recht nicht. Wo muss man den Berlinpass beantragen? Welche Leistungen beinhaltet dieser? Wo muss man die anderen Leistungen beantragen? Zwischen wie vielen Ämtern und Schulen, Vereinen, Caterern etc müssen die Eltern hin- und herlaufen, beantragen, verhandeln und erklären?</p>
<p>Besonders absurd: Wie ist es eigentlich zu erklären, dass die Kostenübernahme für Tagesausflüge die Eltern in der Schule beantragen müssen, aber die Kostenübernahme für Klassenfahrten im Jobcenter, Sozialamt oder Wohngeldamt? <strong>Was Sie hier veranstalten ist ein Bildungs-Verhinderungs-Paket – zum Schaden der Kinder und Familien!</strong>&#8220;</p>
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		<title>Von wegen familienfreundlich! Nach zehn Jahren Rot-Rot fehlen Tausende Kita-Plätze in Berlin</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 13:04:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zitha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meine Rede in der Aktuellen Stunde am 03.03.11. &#8220;Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren,
Ende Januar traf sich die SPD-Fraktion zur Klausur in Dresden. Dort wurde über das Thema Familie diskutiert und man hat vor allem sich selbst über den grünen Klee gelobt. Angesichts der Situation an Kitas und Schulen, kann man nur sagen, klingt der Selbstlob der SPD wie Hohn! Angesichts tausender fehlender Kita-Plätze riecht Ihr Selbstlob ziemlich streng! Seit Jahren ignorieren Sie alle Warnungen und Hilferufe aus den Bezirken, dass ein eklatanter Kitaplatzmangel droht. Seit Jahren erfreuen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-845" href="http://www.ramona-pop.de/zur-ablehung-des-senats-den-opfern-des-ddr-regimes-den-berlinpass-zu-ermoglichen/plenum/"><img class="alignleft size-medium wp-image-845" title="Ramona Pop" src="http://www.ramona-pop.de/wp-content/uploads/2010/11/Plenum-260x192.jpg" alt="" width="260" height="192" /></a><strong>Meine Rede in der Aktuellen Stunde am 03.03.11.</strong> &#8220;Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren,<br />
Ende Januar traf sich die SPD-Fraktion zur Klausur in Dresden. Dort wurde über das Thema Familie diskutiert und man hat vor allem sich selbst über den grünen Klee gelobt. Angesichts der Situation an Kitas und Schulen, kann man nur sagen, klingt der Selbstlob der SPD wie Hohn! Angesichts tausender fehlender Kita-Plätze riecht Ihr Selbstlob ziemlich streng! <strong>Seit Jahren ignorieren Sie alle Warnungen und Hilferufe aus den Bezirken, dass ein eklatanter Kitaplatzmangel droht. Seit Jahren erfreuen wir uns an steigenden Kinderzahlen – doch den Handlungsbedarf haben Sie nicht sehen wollen.</strong> <span id="more-1182"></span></p>
<p>Noch im letzten Jahr wurde meine Frage nach Wartelisten in den Kitas, die es gibt, das wissen doch alle! Wurde alles von Ihnen geleugnet, Herr Zöllner!<br />
Die vielen Briefe, die insbesondere die Jugendstadträtin aus Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, immer wieder geschrieben hat. Wurde alles abgetan. Noch vor einigen Tagen wurde im Tagesspiegel abgewiegelt&#8230;</p>
<p>Jetzt können Sie aber den Kopf nicht mehr in den Sand stecken! Tausende Eltern suchen gerade in den Innenstadtbezirken verzweifelt einen Kita-Platz. Eine Modellrechnung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes spricht sogar von 15.000 fehlenden Plätzen im nächsten Jahr. Der Dachverband der Kinder- und Schülerläden bezeichnet bereits <strong>einige Bezirken als „Notstandsgebiete“ was Kita-Plätze angeht. </strong></p>
<p>Eine gute Kinderbetreuung ist doch das A und O einer familienfreundlichen Stadt! Und Familienfreundlichkeit ist ein wichtiger Standortfaktor – setzen Sie das nicht aufs Spiel! Frauen, die wieder in den Beruf einsteigen wollen, können dies nicht. Sieht so Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt für Rot-Rot aus? Besonders absurd das Beispiel einer Erzieherin, die einen Vollzeitjob bekommen könnte – <strong>denn bei Erzieherinnen herrscht inzwischen ein Fachkräftemangel. Doch diese Erzieherin kann nicht wieder arbeiten, weil sie für ihr Kind keinen Betreuungsplatz findet. Das ist doch an Absurdität kaum zu überbieten!</strong></p>
<p>Da hilft es den Eltern überhaupt nicht, wenn sie in schickem Layout Wahlkampfbriefe des Regierenden Bürgermeisters bekommen, in denen die Abschaffung der Kita-Gebühren gefeiert wird. Diese Eltern hätten nämlich gerne einen Kita-Platz und zwar einen guten Kita-Platz für ihre Kinder!</p>
<p>Von der eigentlich guten Idee, dass Eltern mit dem Kita-Gutschein Kitas nach ihrer Qualität auswählen sollen und die Träger im Wettbewerb um gute Bildungsqualität stehen, kann doch gar nicht mehr die Rede sein. Man kann schon froh sein, wenn man überhaupt einen Platz bekommt.</p>
<p>Anstatt an einer guten Platzausstattung und guter Bildungsqualität zu arbeiten, dachten Sie von Rot-Rot die Kita-Politik hätte sich mit der Abschaffung der Gebühren erledigt.</p>
<p>Doch der erhoffte Wahlkampfschlager Beitragsfreiheit löst nur noch Kopfschütteln aus: Wenn tausende Kita-Plätze fehlen, händeringend Erzieherinnen gesucht werden und die Bezirke keine Möglichkeit haben, Räume für Kinderbetreuung zu organisieren!</p>
<p>Unsere Initiative für eine neue Liegenschaftspolitik, dass Bezirke nicht alle Kita- und Schulgebäude, die im Moment nicht gebraucht werden, an den Liegenschaftsfonds abgegeben müssen, sondern, dass Bezirke Kita-Gebäude auf Zuwachs behalten dürfen. Diese Initiative haben Sie nach langer Diskussion halbherzig übernommen, passiert ist bisher nichts!</p>
<p>Ab dem Jahr 2013 gilt ein Rechtsanspruch für die Betreuung unter Dreijähriger, darauf scheint Berlin gar nicht vorbereitet zu sein! Vielleicht haben Sie sich bereits vom Regieren verabschiedet, Herr Zöllner! So geht es aber nicht. Das Problem der fehlenden Kita-Plätze werden Sie nicht bis zur Wahl aussitzen können und es der nächsten Regierung vor die Füße kippen.</p>
<p>Sie müssen jetzt mit einem Notprogramm für die Bezirke reagieren. Schnellstens müssen jetzt Kita-Gebäude aus dem Liegenschaftsfonds rückübertragen werden, dass bislang aber die Hälfte aller Rückübertragungsbegehren abgelehnt werden, oder die Dauer bei mehr als einem Jahr liegt – das kann nicht sein!</p>
<p>Sie haben viel zu lange nicht wahrhaben wollen, dass der Mangel an Kita-Plätzen zu einem ein immer größeren Problem wird. Wenn Sie im Sommer nicht plakatieren wollen: <strong>Sei Schwanger, Sei auf Kitaplatz-Suche, Sei Berlin</strong> machen Sie sich jetzt schleunigst an die Arbeit und legen das Notprogramm für die Bezirke und die freien Träger endlich vor.</p>
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		<title>Wasserversorgung und S-Bahn-Verkehr in Berlin: bürgernah, zuverlässig, sozial und ökologisch für Berlin. Beschluss der grünen Frühjahrsklausur am 18.02.11</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 15:34:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>zitha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur Debatte um die Rekommunalisierung: Auch wenn die Debatte es vermuten lässt und manche so tun, als ob: Es geht nicht um Kapitalismus oder Sozialismus, Privat- oder Staatswirtschaft. Diese 200 Jahre umkämpfte Frage ist historisch entschieden. Normalerweise ist Marktwirtschaft, und ebenso selbstverständlich ist, dass der Markt der sozialen und ökologischen Regulierung bedarf. Gestritten wird über das Ausmaß und die Instrumente zur Regulierung
Bei den öffentlichen Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (Daseinsvorsorge in der Sprache der EU) geht es um die begründete Ausnahme von der Regel. Die öffentlichen Dienstleistungen müssen Zugangs- und Teilhabechancen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zur Debatte um die Rekommunalisierung:</strong> Auch wenn die Debatte es vermuten lässt und manche so tun, als ob: Es geht nicht um Kapitalismus oder Sozialismus, Privat- oder Staatswirtschaft. Diese 200 Jahre umkämpfte Frage ist historisch entschieden. Normalerweise ist Marktwirtschaft, und ebenso selbstverständlich ist, dass der Markt der sozialen und ökologischen Regulierung bedarf. Gestritten wird über das Ausmaß und die Instrumente zur Regulierung</p>
<p>Bei den öffentlichen Dienstleistungen von allgemeinem Interesse (Daseinsvorsorge in der Sprache der EU) geht es um die begründete Ausnahme von der Regel. Die öffentlichen Dienstleistungen müssen Zugangs- und Teilhabechancen zu erstrebenswerten Gütern und Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheit und Arbeit sicherstellen. Wo dafür keine funktionierenden Märkte bestehen oder bestehen können, muss der Staat die Versorgung der Bevölkerung in die eigene Hand nehmen. <span id="more-1161"></span></p>
<p>Wir überlassen es SPD und Linkspartei, in Berlin ein historisch überholtes Kostümstück zur Wiederaufführung zu bringen. Der Blick von Bündnis 90/Die Grünen ist im Jahr 2011 fest in die Zukunft gerichtet. Der Glaube, Staatsunternehmen seien per se demokratischer und sozialer als jede Marktwirtschaft, ist ebenso falsch, wie die Annahme, Private könnten sowieso alles besser.</p>
<p>Hier findet ihr den ausführlichen Beschluss als PDF-Datei: <a rel="attachment wp-att-1162" href="http://www.ramona-pop.de/wasserversorgung-und-s-bahn-verkehr-in-berlin-burgernah-zuverlassig-sozial-und-okologisch-fur-berlin-beschluss-der-grunen-fruhjahrsklausur-am-18-02-11/371785-beschluss_fruehjahrsklausur_wasserversor/">Beschluss: S-Bahn und Wasserversorgung</a></p>
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