Hospitation in der Charité Berlin

FullSizeRenderUm aktuellen Themen, die sowohl Gesellschaft als auch Politik beschäftigen, vor Ort näher zu ergründen, haben Ramona Pop und Jasenka Villbrandt, Sprecherin für Soziales der Grünen-Fraktion, einen Vormittag lang in der Charité Berlin am Campus Virchow-Klinikum hospitiert. Dabei stand der Beruf der Pflegefachkraft im Mittelpunkt. Der Pflegeberuf wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger, nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung ist von einem stark steigenden Bedarf in den kommenden Jahren auszugehen.

Zusammen mit der Pflegedirektorin des Universitätsklinikums, Evelyn Möhlenkamp, begann der Tag auf der Intensivstation. Das breit gefächerte medizinische Spektrum erfordert auf dieser Station ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz und Professionalität der Pflegekräfte.

Hier leistet das eingeübte Team um Stationsleiter Andreas Sund hervorragende Arbeit. Speziell weitergebildete Fachpflegekräfte mit hohem Verantwortungsbewusstsein kümmern sich rund um die Uhr um die schwerkranken Menschen und unterstützen die Angehörigen in dieser schwierigen Zeit. Besonderen Wert wird zudem auf regelmäßige Fort- und Weiterbildungen gelegt. Klinischer Schwerpunkt ist die Behandlung von Patienten mit Multiorganversagen. Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet werden hierher zur Behandlung verlegt.

Auf der Station arbeiten auch speziell ausgebildete Atmungstherapeuten. Dabei handelt es sich um Intensivpfleger mit einer speziellen Zusatzqualifizierung. Sie verhelfen Patienten nach der Zeit an der Beatmungsmaschine wieder zum selbstständigen Atmen. Die Atmungstherapeuten können in Teilen in der Therapie und Dokumentation Aufgaben übernehmen, die bisher überwiegend nur von Ärzten ausgeführt wurden. Für Frau Möhlenkamp stellen sie eine wichtige Entlastung für alle Seiten dar und sind als Schnittstelle zwischen Arzt und Pflegekraft nicht mehr wegzudenken.

Danach wurde eine eine Station in der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie besucht. Stationsleiter Nagi Salaz erläuterte, wie sich aufgrund der kürzeren Liegezeiten nach einer Operation der Klinikalltag verändert hat. Gerade vom Pflegepersonal ist hier nun eine gut durchdachte Ablauforganisation gefragt, um die neuen Anforderungen zu meistern. Allein auf seiner Station müssen täglich 6 Pflegekräfte ca. 35 Patientenwechsel bewältigen.

In den vielen Gesprächen auf den Stationen wurde deutlich, unter welch hohem Druck die Pflege steht. Zum einen der Kostendruck, der auf den Kliniken lastet, zum anderen der hohe Druck aller Mitarbeiter. Kritisiert wurde der große Dokumentationsaufwand und die fehlende Zeit für jeden einzelnen Patienten. So bleiben aus Zeitmangel oft Beratungs- und Informationsgespräche mit den Patienten auf der Strecke.

Am Ende des Vormittages hatte Ramona Pop viel über das Gesundheitswesen und die Pflege erfahren und wird sich auch weiterhin um dieses wichtige Zukunfts-Thema kümmern.

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