“Muss bessere Bildung teurer sein?” Podiumsdiskussion der IHK Berlin am 02.06.2010
Podiumsgäste der Diskussion: Prioritäten in der Berliner Bildungspolitik in Zeiten knapper Kassen waren (von links nach rechts) Ramona Pop, Fraktionsvorsitzende der Berliner Grünen, Michael Müller, Landes- und Fraktionsvorsitzender der Berliner SPD, Claudia Zinke, Staatssekretärin für Bildung, Jugend und Familie der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Mieke Senftleben, bildungspolitische Sprecherin der Berliner FDP, Sascha Steuer, bildungspolitischer Sprecher der Berliner CDU, Margaret Heckel, Moderation, Journalistin, Steffen Zillich, bildungspolitischer Sprecher, Die Linke, Paul Schuknecht, Schulleiter Friedensburg Oberschule.
Der Fokus der Diskussion lag auf der Finanzierung der Berliner Schulstrukturreform. Ausgehend von der Situation, dass Berlin im bundesdeutschen Vergleich überdurchschnittlich hohe Bildungsinvestitionen aufweist und gleichzeitig Spitzenreiter bei den Folgekosten für Programme zur Nachqualifizierung für den beruflichen Einstieg ist, wurde sehr kontrovers diskutiert: Investiert Berlin das Bildungsbudget in die richtigen Maßnahmen?
Ramona Pop: Um einen reibungslosen Berufseinstieg für die SchulabgängerInnen zu erzielen, brauchen wir mehr Bildungserfolg bereits in den Grundschulen und auch in der Sekundarschule. Erreichen könnten wir das u. a. über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Sachmittelausstattung in den Schulen in sozialen Brennpunkten. Hier muss auch die Elternarbeit intensiviert werden. Insgesamt muss an den Grundschulen die Betreuungslücke der 5. und 6. Klasse geschlossen werden. Hier ist die Schulaufsicht klar in der Pflicht. Mehr Bildungserfolg verspricht sicherlich auch eine Evaluation der vorhandenen Förderkonzepte für Lesen und Schreiben. Entsprechende Mittel müssen hier gezielt für die Sprachförderung eingesetzt werden. Das Bildungsprogramm muss konzeptionell an allen Grundschulen angegangen und die Schulstrukturreform im Rahmen der angekündigten Ressourcen umgesetzt werden.

Außerdem ist es wichtig, ein tragfähiges Personlakonzept zu entwickeln, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die befristeten Einstellungen und attraktivere Arbeitsbedingungen in anderen Bundesländern sind in Berlin ein Hemmfaktor.
















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